Neues Jahr, neues Glück?

1 Januar 2016.

2015 ist tatsächlich schon vorüber. Wo ist nur die Zeit geblieben?
Am 4 Januar 2015 schrieb ich auch einen Eintrag zum neues Jahr.
Voller Zuversicht und Mut endlich gesund zu werden.
Haha.

Vor einem Jahr war ich auf dem Weg der Besserung und wo stehe ich jetzt? 

2015 war ein beschissenes Jahr. Nach 2014 das Schlimmste bis jetzt.
2014 spielte sich die Hochphase der Magersucht ab.
2015 wollte ich sie besiegen-erfolglos.
2016... Ja was wird 2016 für ein Jahr? Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht was die Zukunft bringen wird und was ich mir überhaupt für das kommende Jahr wünsche. Wisst ihr es? Oder bin ich die Einzige die planlos, vollkommen überrascht von der Schnelle der Zeit, ins neues Jahr startet?

2015 war voller Höhen und Tiefen. Ich hatte es mir so leicht vorgestellt, einfach wieder normal essen und schwupps, die Magersucht ist Schnee von gestern. Ich dachte man würde genauso leicht wieder hinaus kommen wie man herein gerutscht ist. Guter Witz. 
Tatsache ist, es ist viel schwerer wieder aufzuhören. Und es geht nicht von heut auf morgen. Und man wird nicht einfach so wieder gesund. Denn Magersüchtige werden niemals gesund. Denn egal was für Illusionen man sich macht, irgendwo in einem drinnen bleiben doch immer die selben Gedanken die einem sagen man sei zu dick.
Der Prozess des Gesundwerdens bezieht sich nicht auf das eigentlich gesund sein, sondern auf das Verdrängen der Gedanken, so dass sie nicht mehr tagtäglich präsent sind.

Trotzdem kann ich mit stolz verkünden: ich bin von SVV geheilt. Haha, sehr witzig oder?
FALSCH. Ich bin nicht geheilt, ich bin nicht gesund, ich bin nicht zufrieden.
Aber ich schaffe es die Gedanken daran mir die Beine aufzuschlitzen, zu verdrängen. Das wollen doch alle hören oder?
Bitte: Ich habe das ritzen hinter mir gelassen.

Stimmungsschwankungen bestimmten 2015, Trauer, Wut, Glück, Unvernunft.
Es gab Tage an denen ich nicht glücklicher hätte sein können, dann wieder Tage an denen ich nur noch heulend auf dem Boden lag und mir wünschte ich könnte einfach sterben. 

2015 steckt voller toller Erlebnisse. Ich bin viel gereist, hab viele neue Leute kennen gelernt und schöne Stunden mit Freunden und Familie verbracht.
Warum bin ich dann nicht zufrieden mit dem vergangenen Jahr?

Vielleicht weil ich endlich verstanden habe, dass ich nicht jeden Tag glücklich sein kann. Das ich niemals die Gedanken ans Abnehmen vollkommen aus meinem Kopf auslöschen kann. Das mich die Sprüche der Leute stärker treffen als ich zugebe. Das ich mich alleine fühle. 
Ich bin schlauer als mein altes Ich, dass am 4 Januar 2015 mit Freude verkündete: Und obwohl ich nicht einfach von gestern auf heute geheilt bin habe ich das Gefühl, dass 2015 ein gutes Jahr wird. 

Zwischenzeitlich war es auch ein gutes Jahr. Es gab Zeiten da fühlte ich mich lebendig und verstand endlich was es heißt zuversichtlich zu sein.

Ich schaue keinesfalls pessimistisch auf das Jahr 2016 hinaus.
Aber realistisch.
Verdammt, ich will dass dieses Jahr das Beste wird was ich je erlebt habe! ich will nicht länger über alles nachdenken, sondern leben.
Aber ich weiß dass es nicht so leicht wird. Das ich weiter kämpfen muss, auch wenn ich das Gefühl habe zu schwach dafür zu sein. 

Und ich weiß auch, dass ich noch immer die magersüchtige Jugendliche von 2014 bin, auch wenn ich wieder etwas mehr auf den Rippen hab.
Leider. 

Ich habe keine Pläne für 2016, außer den wieder abzuspecken. Seid enttäuscht, seid traurig, seid wütend. Aber ich will ab jetzt tun was sich für mich am besten anfühlt. Mein Kopf sagt ich soll weniger essen, mein Verstand will mich vom Gegenteil überzeugen.
Aber was will mein Herz?
Es schweigt.

Ich weiß nicht was genau ich will, nur dass mein Kopf noch stärker ist als mein Verstand, auch wenn es möglicherweise die falsche Entscheidung ist.
Ich habe nicht vor viel anzunehmen, eher mein Gewicht zu halten und vielleicht etwas zu minimieren. 
Denn eins hab ich 2015 auch gelernt: den neuen Körper, der nicht mehr nur aus Haut und Knochen sondern auch aus Formen besteht, zu schätzen.

Wie man sicherlich merkt bin ich zwiegespalten. Vielleicht denk ich in zwei Wochen wieder ganz anders über das Thema.
Ich weiß es nicht.

Sehen wir was die Zukunft bringt. Denn ich will nicht daran denken wo ich in einem, in vier, oder in zehn Jahren bin. Die Gedanken daran machen mir Angst. Deshalb warte ich es einfach ab.

Nach diesem, mal wieder, längeren Eintrag wünsche ich euch ein frohes neues Jahr.
Ich hoffe, dass dieses Jahr sich gut für euch anfühlen wird und das eure Wünsche in Erfüllung gehen.
Tut das was für euch am besten ist.
Jeder von euch verdient alles Glück dieser Welt <3 

1.1.16 19:29

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lu 💙 / Website (1.1.16 19:14)
Ich weiß auch noch nicht wirklich was ich 2016 vor habe :/


naomi / Website (3.1.16 11:43)
mal ganz ehrlich.. ich weiß auch nicht was meine vorsätze für 2016 sein sollen. man hält sich doch eh nicht dran. weil es einfach lächerlich ist zu sagen das ab einem bestimmten tag alles anders wird, das man selbst zu einer anderen person wird. so funktioniert das nicht. leider!
ich habe nur einen wunsch.. einen einzigen. nämlich endlich mein leben wieder zu genießen. aber das ist verdammt schwer. naja egal. ich werde es versuchen. und mich an meine einzige hoffnung klammern. ein super abi machen um dann endlich von hier wegzukommen. aber das ist auch so eine sache.. ich bin so schlecht in der schule. ich bin einfach zu faul zum lernen. naja was solls. irgendwann wird alles gut. muss einfach. und wenn nicht bring ich mich irgendwann doch noch um. aber das hat noch zeit. das mach ich erst wenn ich alles versucht habe und gescheitert bin.
LG und viel glück
naomi <3


Lottchen / Website (14.1.16 09:52)
Ich kenne das Gefühl dies Für und Wieder. Das einfach nichts funktioniert wie es soll und man bekommt eig. immer mehr steine in den Weg gelegt obwohl man eig. schon genug Steine da hat. Die Hilflosigkeit. Man weiß nicht wo man anfangen soll, jedoch kann man sich tot der Gefühle immer noch eine Liste für 2016 machen mit 3 Dingen die man sich vornimmt zu erreichen. Man sollte niemals Dinge aufschreiben von denen man vorher schon weiß das es riesen Schritte sind die man eh nicht schafft, aus dem Grund fängt man klein an und steigert sich. Wichtig ist nur das du dir eine Liste machst, die du dir irgendwo hin hängst wo du sie siehst.

Gleichzeitig hast du die Möglichkeit eine 2. Liste führen mit Dingen die du dir jeden Tag aufschreibst die schön waren an diesem Tag. Dinge auf die du stolz bist oder die dich glücklich gemacht haben. Diese Liste führst du jeden Tag und damit musst u automatisch immer jeden Tag darüber nachdenken was positives passiert ist.

LG Lottchen

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