Alles verändert sich.

Fett. Das bin ich.
Jetzt denkt ihr euch: huch, ich dachte die Zeit wäre vorbei.
Tja, ich fürchte nicht. Ich will abnehmen. So schnell wie möglich.
Aber mein Körper macht da nicht wirklich mit, durstet nach Essen, nach Kalorien und lässt mich schwach sein.

Das verwunderliche ist, dass alles nur an den Zahlen auf der Waage hängt. Als ich vor drei Wochen wieder drauf ging sind mir fast die Tränen gekommen. Dabei hatte ich mich vorher gar nicht schlecht gefühlt, war relativ zufrieden mit meinem Körper.
Weshalb ich auch die Entscheidung getroffen habe nach mehreren Monaten mal wieder auf die Waage zu gehen.
Und kaum hatte ich mein tatsächliches Gewicht erblickt hat sich mein Körperbild verändert.
Plötzlich fiel mir auf an welchen Stellen ich tatsächlich zugenommen habe, dass ich fast normal aussehe.

Tatsache ist, dass ich beim Ausrechnen meines BMI´s in die Klasse "Leichtes Untergewicht" bis "Normalgewicht" und nicht mehr "Starkes Untergewicht" gerutscht bin.
Und ich schäme mich dafür, dass mir das so viel ausmacht.  

Mein neues Ziel ist also: mindestens -3 Kilo

 

Doch bevor ich weiter darüber rede, wechsel ich lieber das Thema, denn ich weigere mich weiter über die Magersucht zu reden. Ich will gesund abnehmen und nicht wieder zurück in alte Verhaltensmuster rutschen.

Seit dem das neue Jahr begonnen hat, hat sich viel verändert. 
Ich bin mittlerweile 2 Monate mit meinem Freund zusammen.
Ich habe in den Ferien Auto fahren gelernt und mache jetzt begleitetes fahren.
Ich habe Pläne für den Sommer.
Und meine Ansichten haben sich, mal wieder, verändert.

Große Teile meiner Freunde mögen meinen Freund nicht. Die Jungs halten ihn für zu arrogant und die Mädchen für einen eingebildeten Aufreißer. Vielleicht haben sie recht, vielleicht auch nicht.
Es geht mir wortwörtlich am Allerwertesten vorbei.
Klar, im Moment läuft es irgendwie nicht so richtig toll, weil wir uns fast 3 Wochen nicht sehen konnten weil er vereist war und seitdem er zurück ist, ist es irgendwie komisch.
Vielleicht ist er nicht die Liebe meines Lebens, aber die Hauptsache ist doch dass es sich jetzt richtig anfühlt oder?

Ganz ehrlich, ich hab aufgehört darauf zu achten dass jeder einen guten Eindruck von mir hat. Ich mache worauf ich Lust habe, auch wenn sogenannte "Freunde" das nicht gut finden. Aber ich verbiege mich nicht mehr, für niemanden.  
Denn in meinem Leben gibt es nur einer Person der ich es recht machen muss und der ich gefallen will, und das bin ich selber.

Erst jetzt merke ich wer mich wirklich akzeptiert wie ich bin und wer will dass ich genauso weiter mache wie früher.

Weiß ich ob ich nicht nächste Woche einen Autounfall habe und sterbe? Nein, ich weiß es nicht und wenn es so kommen sollte, dann will ich mit dem Wissen sterben dass ich gelebt habe.

Es ist nicht gut abzunehmen? Ist mir egal. 
Ich treffe falsche Entscheidungen? Scheiß egal.
Ich tu nicht das was andere von mir wollen? Wen kümmerts?

Ich verstecke mich nicht mehr.  

2 Kommentare 9.3.16 15:02, kommentieren

Neues Jahr, neues Glück?

1 Januar 2016.

2015 ist tatsächlich schon vorüber. Wo ist nur die Zeit geblieben?
Am 4 Januar 2015 schrieb ich auch einen Eintrag zum neues Jahr.
Voller Zuversicht und Mut endlich gesund zu werden.
Haha.

Vor einem Jahr war ich auf dem Weg der Besserung und wo stehe ich jetzt? 

2015 war ein beschissenes Jahr. Nach 2014 das Schlimmste bis jetzt.
2014 spielte sich die Hochphase der Magersucht ab.
2015 wollte ich sie besiegen-erfolglos.
2016... Ja was wird 2016 für ein Jahr? Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht was die Zukunft bringen wird und was ich mir überhaupt für das kommende Jahr wünsche. Wisst ihr es? Oder bin ich die Einzige die planlos, vollkommen überrascht von der Schnelle der Zeit, ins neues Jahr startet?

2015 war voller Höhen und Tiefen. Ich hatte es mir so leicht vorgestellt, einfach wieder normal essen und schwupps, die Magersucht ist Schnee von gestern. Ich dachte man würde genauso leicht wieder hinaus kommen wie man herein gerutscht ist. Guter Witz. 
Tatsache ist, es ist viel schwerer wieder aufzuhören. Und es geht nicht von heut auf morgen. Und man wird nicht einfach so wieder gesund. Denn Magersüchtige werden niemals gesund. Denn egal was für Illusionen man sich macht, irgendwo in einem drinnen bleiben doch immer die selben Gedanken die einem sagen man sei zu dick.
Der Prozess des Gesundwerdens bezieht sich nicht auf das eigentlich gesund sein, sondern auf das Verdrängen der Gedanken, so dass sie nicht mehr tagtäglich präsent sind.

Trotzdem kann ich mit stolz verkünden: ich bin von SVV geheilt. Haha, sehr witzig oder?
FALSCH. Ich bin nicht geheilt, ich bin nicht gesund, ich bin nicht zufrieden.
Aber ich schaffe es die Gedanken daran mir die Beine aufzuschlitzen, zu verdrängen. Das wollen doch alle hören oder?
Bitte: Ich habe das ritzen hinter mir gelassen.

Stimmungsschwankungen bestimmten 2015, Trauer, Wut, Glück, Unvernunft.
Es gab Tage an denen ich nicht glücklicher hätte sein können, dann wieder Tage an denen ich nur noch heulend auf dem Boden lag und mir wünschte ich könnte einfach sterben. 

2015 steckt voller toller Erlebnisse. Ich bin viel gereist, hab viele neue Leute kennen gelernt und schöne Stunden mit Freunden und Familie verbracht.
Warum bin ich dann nicht zufrieden mit dem vergangenen Jahr?

Vielleicht weil ich endlich verstanden habe, dass ich nicht jeden Tag glücklich sein kann. Das ich niemals die Gedanken ans Abnehmen vollkommen aus meinem Kopf auslöschen kann. Das mich die Sprüche der Leute stärker treffen als ich zugebe. Das ich mich alleine fühle. 
Ich bin schlauer als mein altes Ich, dass am 4 Januar 2015 mit Freude verkündete: Und obwohl ich nicht einfach von gestern auf heute geheilt bin habe ich das Gefühl, dass 2015 ein gutes Jahr wird. 

Zwischenzeitlich war es auch ein gutes Jahr. Es gab Zeiten da fühlte ich mich lebendig und verstand endlich was es heißt zuversichtlich zu sein.

Ich schaue keinesfalls pessimistisch auf das Jahr 2016 hinaus.
Aber realistisch.
Verdammt, ich will dass dieses Jahr das Beste wird was ich je erlebt habe! ich will nicht länger über alles nachdenken, sondern leben.
Aber ich weiß dass es nicht so leicht wird. Das ich weiter kämpfen muss, auch wenn ich das Gefühl habe zu schwach dafür zu sein. 

Und ich weiß auch, dass ich noch immer die magersüchtige Jugendliche von 2014 bin, auch wenn ich wieder etwas mehr auf den Rippen hab.
Leider. 

Ich habe keine Pläne für 2016, außer den wieder abzuspecken. Seid enttäuscht, seid traurig, seid wütend. Aber ich will ab jetzt tun was sich für mich am besten anfühlt. Mein Kopf sagt ich soll weniger essen, mein Verstand will mich vom Gegenteil überzeugen.
Aber was will mein Herz?
Es schweigt.

Ich weiß nicht was genau ich will, nur dass mein Kopf noch stärker ist als mein Verstand, auch wenn es möglicherweise die falsche Entscheidung ist.
Ich habe nicht vor viel anzunehmen, eher mein Gewicht zu halten und vielleicht etwas zu minimieren. 
Denn eins hab ich 2015 auch gelernt: den neuen Körper, der nicht mehr nur aus Haut und Knochen sondern auch aus Formen besteht, zu schätzen.

Wie man sicherlich merkt bin ich zwiegespalten. Vielleicht denk ich in zwei Wochen wieder ganz anders über das Thema.
Ich weiß es nicht.

Sehen wir was die Zukunft bringt. Denn ich will nicht daran denken wo ich in einem, in vier, oder in zehn Jahren bin. Die Gedanken daran machen mir Angst. Deshalb warte ich es einfach ab.

Nach diesem, mal wieder, längeren Eintrag wünsche ich euch ein frohes neues Jahr.
Ich hoffe, dass dieses Jahr sich gut für euch anfühlen wird und das eure Wünsche in Erfüllung gehen.
Tut das was für euch am besten ist.
Jeder von euch verdient alles Glück dieser Welt <3 

4 Kommentare 1.1.16 19:29, kommentieren

Es hat nie aufgehört...

...und alles dreht sich.

Der Teufelskreis beginnt von neuem.

Es fängt von vorne an.  

3 Kommentare 20.12.15 18:23, kommentieren

...

Und da sind sie wieder. Die alten Ängste. Die Verzweiflung. Die Gedanken. Und der Teufelskreis beginnt von neuem sich zu drehen.

2 Kommentare 6.10.15 23:24, kommentieren